Das Heilige Abendmahl Jesu Christi

Was ist das Abendmahl?

Das Abendmahl ist ein Sakrament. Sakramente sind von Jesus Christus eingesetzt und haben ein sichtbares äußeres Zeichen – beim Abendmahl sind das Brot und Wein. Sie sollen uns das Evangelium besser verständlich machen und uns mit der Vergebung der Sünden am Kreuz in engsten Kontakt bringen.

Das Sakrament ist sichtbares Wort – ganz so wie das Wort gehörtes Sakrament ist. In beidem, Wort und Sakrament, wird das Heil Jesu vermittelt und ist das Heil Jesu gegenwärtig.

Es gibt nur zwei Sakramente: die heilige Taufe und das heilige Abendmahl.


Die zehn Aspekte des Abendmahls

1. Gedächtnismahl

Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. 1. Korinther 11,24–25

2. Gemeinschaftsmahl

Der gesegnete Kelch, den wir segnen, ist der nicht die Gemeinschaft des Blutes Christi? Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn ein Brot ist’s: So sind wir viele ein Leib, weil wir alle an einem Brot teilhaben. 1. Korinther 10,16–17

3. Vergebungsmahl

Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des Bundes, das vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. Matthaeus 26,27–28

4. Freudenmahl

Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken. Johannes 6,54

5. Gemeindeaufbaumahl

Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet. Apostelgeschichte 2,42

6. Dankmahl

Danket dem Herrn, denn er ist freundlich und seine Güte währet ewiglich. Psalmen 107,1

7. Bundesmahl

Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinkt, zu meinem Gedächtnis. 1. Korinther 11,25

8. Prüfungsmahl

Wer nun unwürdig von dem Brot isst oder aus dem Kelch des Herrn trinkt, der wird schuldig sein am Leib und Blut des Herrn. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und so esse er von diesem Brot und trinke aus diesem Kelch. 1. Korinther 11,27–28

9. Bekenntnismahl

Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. 1. Korinther 11,26

10. Zukunftsmahl

Selig sind, die zum Hochzeitsmahl des Lammes berufen sind. Offenbarung 19,9


Was das Blut Jesu dem Gläubigen schenkt

Vergebung der Sünden

Wenn wir aber im Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft untereinander, und das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde. Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so betrügen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns. Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit. 1. Johannes 1,7–9

Ihr wisst, dass ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold erlöst seid von eurem nichtigen Wandel nach der Väter Weise, sondern mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes. 1. Petrus 1,18–19

Frieden mit Gott

Denn es hat Gott wohlgefallen, dass in Jesus alle Fülle wohnen sollte und er durch ihn alles mit sich versöhnte, es sei auf Erden oder im Himmel, indem er Frieden machte durch sein Blut am Kreuz. Kolosser 1,20

Gott aber erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren. Um wie viel mehr werden wir nun durch ihn bewahrt werden vor dem Zorn, nachdem wir jetzt durch sein Blut gerecht geworden sind! Römer 5,8–9

Ein gutes Gewissen

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten und durch seine Wunden sind wir geheilt. Jesaja 53,5

Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche von der Kuh durch Besprengung die Unreinen heiligt, sodass sie äußerlich rein sind, um wie viel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! Hebraeer 9,13–14

Ewiges Leben

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr nicht das Fleisch des Menschensohns esst und sein Blut trinkt, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die wahre Speise, und mein Blut ist der wahre Trank. Johannes 6,53–55


Das Abendmahl im Heidelberger Katechismus

Wie wirst du im Heiligen Abendmahl erinnert?

Christus hat mir und allen Gläubigen befohlen, zu seinem Gedächtnis von dem gebrochenen Brot zu essen und von dem Kelch zu trinken. Dabei hat er verheißen:

Matthaeus 26,26–28 / Markus 14,22–24 / Lukas 22,19–20 / 1. Korinther 10,16–17 ; 1. Korinther 11,23–25 )

Was heißt, den Leib Christi essen und sein Blut trinken?

Es heißt nicht allein, mit gläubigem Herzen das ganze Leiden und Sterben Christi annehmen und dadurch Vergebung der Sünde und ewiges Leben empfangen, sondern auch, durch den Heiligen Geist, der zugleich in Christus und in uns wohnt, mit seinem verherrlichten Leib mehr und mehr vereinigt werden, so dass – obgleich er im Himmel ist und wir auf Erden sind – wir doch ein Leib mit ihm sind und von einem Geist ewig leben und regiert werden.

Johannes 6,35.40 .47–56 / Apostelgeschichte 3,21 / Epheser 3,16–17 ; 5,29–32 / 1. Korinther 6,15–19 / 1. Johannes 3,24 ; 4,13)

Wo hat Christus dies verheißen?

In der Einsetzung des Abendmahls:

Der Herr Jesus, in der Nacht, da er verraten ward, nahm er das Brot, dankte und brach’s und sprach: Nehmet, esset, das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis. Desgleichen nahm er auch den Kelch nach dem Mahl und sprach: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut; das tut, sooft ihr daraus trinket, zu meinem Gedächtnis. Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt. 1. Korinther 11,23–25 / Matthaeus 26,26–28

Werden Brot und Wein in Leib und Blut verwandelt?

Nein. Wie das Wasser bei der Taufe nicht in das Blut Christi verwandelt wird oder selbst die Sünden abwäscht, sondern Gottes Wahrzeichen und Pfand dafür ist, so wird auch das Brot im Abendmahl nicht der Leib Christi, auch wenn es in den Worten, die beim Abendmahl gebraucht werden, als der Leib Christi bezeichnet wird.

Matthaeus 26,29 / 1. Korinther 10,16–17 ; 11,26–28 / 1. Petrus 3,21 )

Warum nennt Christus das Brot seinen Leib?

Christus redet so nicht ohne große Ursache. Er will uns lehren: Wie Brot und Wein das zeitliche Leben erhalten, so sind sein gekreuzigter Leib und sein vergossenes Blut die wahre Speise und der wahre Trank unserer Seele zum ewigen Leben. Darüber hinaus will er uns durch dieses sichtbare Zeichen und Pfand gewiss machen, dass wir so wahrhaftig durch seinen Heiligen Geist an seinem Leib und Blut Anteil bekommen wie wir diese heiligen Wahrzeichen mit unserem Mund zu seinem Gedächtnis empfangen.

Johannes 6,51.55 / 1. Korinther 10,16–17 )


Christus im Alten Testament

Einsetzung des Passafestes

2. Mose 12,1–14

Das Passa ist die alttestamentliche Vorbildung des Abendmahls. In jedem Punkt weist es auf Christus hin:

1. Das Lamm, das geopfert wird

Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend.
2. Mose 12,6

Johannes sieht, dass Jesus zu ihm kommt, und spricht: Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt!
Johannes 1,29

2. Das Lamm, das geteilt wird

Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn.
2. Mose 12,4

Das Brot, das wir brechen, ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi? Denn ein Brot ist’s: So sind wir viele ein Leib.
1. Korinther 10,16–17

3. Das Lamm ohne Fehler

Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist.
2. Mose 12,5

Ihr wisst, dass er erschienen ist, damit er die Sünden wegnehme, und es ist keine Sünde in ihm.
1. Johannes 3,5

4. Das Lamm, das vollständig aufgenommen werden muss

Ihr sollt es weder roh essen noch mit Wasser gekocht, sondern am Feuer gebraten mit Kopf, Schenkeln und inneren Teilen. Und ihr sollt nichts davon übrig lassen bis zum Morgen.
2. Mose 12,9–10

Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken.
Johannes 6,54

5. Das Blut, das allein schützt

Sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen.
2. Mose 12,7

Ihr seid erlöst mit dem teuren Blut Christi als eines unschuldigen und unbefleckten Lammes.
1. Petrus 1,18–19

6. Das Blut entscheidet über Strafe oder Freispruch

Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen und die Plage soll euch nicht widerfahren.
2. Mose 12,13

Das Blut Jesu, seines Sohnes, macht uns rein von aller Sünde.
1. Johannes 1,7

7. Das Mahl in Bereitschaft zum Auszug

Um eure Lenden sollt ihr gegürtet sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und den Stab in der Hand und sollt es essen als die, die hinwegeilen; es ist des Herrn Passa.
2. Mose 12,11

8. Das Mahl, das vorübergehen lässt

Wo ich das Blut sehe, will ich an euch vorübergehen.
2. Mose 12,13

Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.
Jesaja 53,5

9. Die Verkündigung, die universal ist

Sagt der ganzen Gemeinde Israel … Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den Herrn, ihr und alle eure Nachkommen, als ewige Ordnung.
2. Mose 12,3.14

Gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
Matthäus 28,19

10. Das Fest als Gedenktag

Ihr sollt diesen Tag als Gedenktag haben und sollt ihn feiern als ein Fest für den Herrn.
2. Mose 12,14

Denn sooft ihr von diesem Brot esst und aus dem Kelch trinkt, verkündigt ihr den Tod des Herrn, bis er kommt.
1. Korinther 11,26