Mein Zeugnis
„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen die nach seinem Vorsatz berufen sind.”
(Römer 8,28)
Herkunft und Kindheit
Ich heiße Christiane und wurde Anfang der 60er Jahre auf dem Gebiet der ehemaligen DDR geboren: im Nordosten in einer Kleinstadt. Der Glauben an Gott war nie ein Thema, es war auch keine Bibel im Haus.
Ich habe etwa in der fünften Klasse herausgefunden, dass sowohl ich wie auch meine jüngere Schwester getauft waren, dafür bin ich meinen Eltern heute sehr dankbar.
Seit meinem ersten Lebensjahr war meine Mutter mit mir in Behandlung beim Orthopäden. Ich hatte eine schwere Skoliose, eine Wirbelsäulenverkrümmung, und bin nicht mehr gewachsen, als ich neun Jahre alt war.
Die Behandlung beim Orthopäden bestand aus Gurtgeschirren, die um Arme und Beine geschlungen wurden und mich nach hinten ziehen sollten, ich hatte immer Einlagen und dauerhaft Orthopädisches Schwimmen in kaltem Wasser.
Von der 1. bis zur 10. Klasse hatte ich Sportbefreiungen, habe also nie eine einzige Sportstunde mitgemacht – und das hätte ich wirklich gerne..
Mit fünf, sieben und acht Jahren war ich jeweils vier bis sechs Wochen zu orthopädischen Kuraufenthalten. Diese DDR-Kurheime lagen meistens außerhalb der Stadtzentren, der Ton war rauh und Post nicht gerne gesehen.
Ich bin schon als Jugendliche davon ausgegangen, dass mich diese Kuraufenthalte traumatisiert haben müssen. Heute weiß ich, es war vor allem der erste Aufenthalt mit fünf Jahren.
Es stellte sich heraus, dass konservative orthopädische Behandlungen nichts nützen, denn meine Mutter eröffnete mir eines Tages, dass meine Wirbelsäule in einer Woche versteift werden würde. Mehr wurde mir dazu nicht erklärt.
Ich dachte mir, „Versteifung” hört sich nach „steif” an. Also ging ich in das Schlafzimmer, stellte mich vor die Frisierkommode und machte den Rücken ganz krumm und genoss es. Heute noch im Alter von 60 Jahren freue ich mich über meine damalige Weitsicht und Selbstfürsorge.
Meine Wirbelkörper wurden von der Halswirbelsäule bis zur Lendenwirbelsäule angehobelt, die Bandscheiben entfernt. Dafür hatte man körperfremde Knochenspäne eingebaut, die zu einer Versteifung führen sollten.
Leider bekam ich im Anschluss eine Ganzkörpersepsis, mein Körper hatte das fremde Material abgestoßen. Es wurde in Operationen wieder entfernt und ich kam auf die Intensivstation und kämpfte dort um mein Überleben.
Das erste Erlebnis:
Die Nahtoderfahrung
Mir wurde ganz warm, ich wurde unendlich glücklich und zufrieden und in einem leichten goldenen Halbbogen nach oben gezogen in ein helles Licht. Es war so wunderschön. Dort oben war es einfach nur lieblich. Musik war in der Luft und die Luft war Musik.
Unter mir waren goldene Kacheln; jede war anders gestaltet. Ich stand aber nicht direkt darauf, sondern schwebte irgendwie darüber.
In einer Spiralrutsche wurde ich aber leider wieder nach unten geschickt und eine Stimme sagte während des Rutschens „Geh’ noch mal ‘runter!”. Da war ich sehr traurig.
Als ich in meinem Bett wieder zu mir kam, hatten die Überwachungsgeräte an meinem Bett Alarm geschlagen und alle waren sehr aufgeregt.
Ich habe mich noch drei Jahre lang geärgert, dass ich in dieser kalten Welt mit der zähen Sprache bleiben musste.
Nach diesem Erlebnis ging meine Heilung wieder schnell voran, ich lag nahezu ein Jahr lang auf dem Rücken und schaute zur Decke. Danach konnte ich wieder in die Schule gehen, zunächst mit Gehgips und für eine Stunde..
Das zweite Erlebnis: Bewahrung im Straßenverkehr
An unserem Wohnhaus fuhren immer LKWs vorbei, die im Akkord gearbeitet haben. Ich kam mit meinem Fahrrad ins Schleudern, fiel vom Rad und rollte über die Straße. Ich war schon erschrocken, hatte aber insgesamt damit meinen Frieden. Ein LKW kam angerast und kam 10 cm vor mir zum Stehen.
Der Fahrer war völlig durch den Wind: „Ich habe nicht mal gebremst!”. Die anderen Kinder haben sich auch über den komischen Fahrer gewundert.
Damals habe ich es ihm nicht geglaubt, aber heute weiß ich: Gott kann Autos anhalten, wann immer er möchte. Die Engel um mich herum hatten eingegriffen.
Das dritte Erlebnis:
Heilung von chronischen Schmerzen
Als Erwachsene hatte ich jahrelang mit starken Schmerzen entlang der Wirbelsäule zu kämpfen und bekam deshalb in einer Schmerzambulanz dauerhaft Morphium verschrieben.
Mit Mitte 40 gingen mein damaliger Mann und ich damals gelegentlich zu Gottesdiensten.
Als ich mit aufgestützten Armen zur Entlastung der Wirbelsäule in einem Gottesdienst in einem kleinen Gemeinderaum auf dem Dorf saß, unterbrach der Prediger seine Predigt und sagte: „Junge Frau, Sie haben Schmerzen. Lassen Sie uns doch kurz einmal für Sie beten!”
Man betete für mich und von Stund’ an waren meine fürchterlichen Schmerzen weg, auch die Nervenschmerzen, wie ich versuchsweise durch Weglassen der Medikamente feststellte.
Ich habe mich dann selbst im zweiten Anlauf vom Morphium entzogen, weil ich keinen Arzt fand, der mir dabei helfen wollte. Niemand hat mir geglaubt, dass ich die Medikamente nicht mehr benötige.
Mein viertes Erlebnis
Das Fallen des Heiligen Geistes
Mit 50 Jahren kam ich durch meine Scheidung in eine schwere Lebenskrise.
Ich lag auf der Couch, heulte und schrie: „Herrgott, hilf!” Ich weiß heute noch nicht, warum ich genau diese Worte damals aus tiefster Überzeugung gerufen habe.
Da passierte etwas: Ich sprach auf einmal seltsame Worte, die nicht deutsch waren. Das Ganze dauerte ca. gefühlte drei Stunden. Dann hörte es auf, ich hätte es aber schon vorher unterdrücken können, tat es aber nicht. Danach hatte ich tiefen inneren Frieden.
Ich ging dann in eine Freie evangelische Gemeinde und man erklärte mir, dass ich das sogenannte Sprachengebet erhalten hätte und der Heilige Geist auf mich gekommen sei. Das war für die Geschwister dort nichts Ungewöhnliches, aber mir völlig neu.
In der Apostelgeschichte 2,3-4 fand ich die Erklärung:
„Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem Einzelnen von ihnen niederließ. So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in fremden Sprachen zu reden, jeder so, wie der Geist es ihm eingab.”
Das fünfte Erlebnis
Ein Neuanfang
Im Alter von 57 Jahren habe ich mich nochmals taufen lassen, weil die Jünger von Jesus es damals so gelehrt bekommen haben. Die Taufe steht für das Sterben des alten Lebens und den Neuanfang in Christus (Römer 6,3-4). Dafür wird man ganz untergetaucht.
Mein Taufspruch lautet:
„Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.”
(Psalm 139,5)
Nach seiner Auferstehung befahl Jesus:
„Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.”
(Matthäus 28,19)
Gott ist gut allezeit, er hat jeden Einzelnen von uns erdacht und erschaffen – und er hat mit jedem Einzelnen von uns seinen Plan.
„Wenn der Herr nicht das Haus baut, dann ist alle Mühe der Bauleute umsonst. Wenn der Herr nicht die Stadt bewacht, dann wachen die Wächter vergeblich.”
(Psalm 127,1)